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1. DIE SPIELIDEE UND DIE GRUNDLAGEN DES FAUSTBALLSPIELS
Das Faustballspiel zählt wie z.B. Volleyball, Tennis und Badminton zu den Rückschlagspielen. Es wird sowohl auf einem Rasenfeld wie auch in der Halle betrieben. Auf dem Spielfeld (Feld 20 x 50 m, Halle 20 x 40 m), das durch ein in 2-m-Höhe gespanntes Band oder schmales Netz (bis 6 cm Breite) geteilt ist, spielen 2 Mannschaften mit je 5 Spielern mit einem luftgefüllten Hohlball gegeneinander. Grundgedanke des Faustballspiels ist es, den Ball in der gegnerischen Hälfte so zu plazieren, daß der Gegner diesen auch nach einer Bodenberührung nicht erreichen kann. Dabei kann der Ball mit der Faust oder mit dem Arm geschlagen werden, wobei jede Mannschaft bis zu 3 Ballkontakte bei einem Spielgang in ihrer eigenen Spielfeldhälfte haben kann. Der Ball kann nach jedem Kontakt einmal den Boden berühren; er kann aber auch ohne Bodenkontakt direkt gespielt werden. Das Faustballspiel wird sowohl als Leistungssportart mit Welt-, Kontinent- und nationalen Meisterschaften als auch als Freizeit- und Breitensport für alle Altersklassen und für beide Geschlechter - teilweise mit reduzierten Feldabmessungen - betrieben. Es wird als Feldfaustball in erster Linie auf Rasenflächen und als Hallenfaustball in Sporthallen gespielt. Dadurch bietet es als Ganzjahressportart eine Betätigung sowohl in den Sommer- als auch in den Wintermonaten. Faustball ist eine Life-time-Sportart, die von Schüler/innen (etwa ab 7 - 8 Jahren) und von Senioren/innen bis ins hohe Alter ausgeübt werden kann.
2. DAS REGELWERK
Die wesentlichen Grundzüge des Regelwerkes (Fassung vorn 01.04.1996) sind im Folgenden in Kurzfassung wiedergegeben (Einzelheiten und den verbindlichen Wortlaut enthält die Regelheft-Broschüre). Faustball ist sowohl eine Feld- als auch eine Hallensportart. Im Freien hat das Spielfeld eine Abmessung von 20 x 50 m, in der Halle 20 x 40 m. Das Feld ist durch eine Mittellinie in zwei Hälften getrennt. Über der Mittellinie ist in 2-m-Höhe ein bis zu 6 cm breites Netz oder Band an zwei Pfosten gespannt. In einem Abstand von 3 m ist in jeder Hälfte die Anschlaglinie markiert. Der Faustball ist ein Hohlball mit einem Gewicht von 350 - 380 g Herren und männl. Jugend, 320 - 350 g Damen und weibt, Jugend, Schüler / Schülerinnen und 290 320 g Minis und einem Umfang von 62 - 68 cm. Er hat eine weiße Grundfarbe mit maximal 20 % auf mehrere Kleinflächen aufgeteilte Farbflächen. Er muß gleichmäßig rund sein und straff aufgepumpt sein (Luftdruck 0,55 - 0,75 Bar; Minis 0,40 – 0,60 Bar). Das Faustballspiel wird nach Sätzen bis 20 Punkten je Satz durchgeführt. Es wird auf zwei oder drei Gewinnsätze gespielt (Festlegung je nach Wettbewerb). Abweichende Regelungen sind ebenfalls möglich (Spiel bis 15 Punkte, Spiel nach Sätzen mit Zeitbeschränkung; Spiel nur nach Zeit 2 x 15 Minuten bzw. 2 x 20 Minuten in der Halle). Die Festlegung erfolgt ebenfalls entsprechend der jeweiligen Wettbewerbe. Jeder Spielgang beginnt mit der Angabe und endet mit dem ersten darauf folgenden Fehler, dem Ende eines Satzes (oder Halbzeit) oder einer sonstigen Spielunterbrechung. Der Ball darf von jeder Mannschaft dreimal direkt oder indirekt - also nach jeder Berührung - gespielt werden; beim Überschlag muß der Ball im gegnerischen Feld den Boden oder einen Gegenspieler berühren. Zwei- oder rnehrmalige Bodenberührung oder Berührung des Netzes oder ins "Aus“ (neben die Seiten- oder Grundlinie) geschlagene Bälle gelten als Fehler.
3. DIE GESCHICHTE DES FAUSTBALLSPIELS
Das Faustballspiel ist eine der ältesten Sportarten der Welt, die mit großer Begeisterung vor allem in Europa, in Südamerika und in Namibia, aber auch in Nordamerika und neuerdings auch in Japan, betrieben wird. Erstmals erwähnt wurde das Faustballspiel im Jahr 240 n. Chr. von Gordianus, Kaiser von Rom. Im Jahr 1555 schreibt Antonio Scaino die ersten Regeln für den italienischen Volkssport, das "Ballenspiel". Johann Wolfgang von Goethe schreibt in seinem Tagebuch 1786 "Italienische Reise": "Vier edle Veroneser schlugen den Ball gegen vier Vicenter; sie trieben das sonst unter sich, das ganze Jahre, etwa zwei Stunden vor Nacht". Der Deutsche Georg Heinrich Weber (1834 - 1913) verfaßt Ende des 19. Jahrhunderts das erste deutsche Regelwerk. In Deutschland fand das Faustballspiel seine größte Verbreitung. Dort wird es seit 1893 organisiert gespielt. Die erste Deutsche Meisterschaft wurde im Jahr 1913 für Männer und 1921 für Frauen innerhalb des Deutschen Turnfestes ausgetragen. Auch in den angrenzenden Nachbarländern, vor allem in Österreich und in der Schweiz sowie vereinzelt auch in Italien, erlangte das Spiel in Europa große Beliebtheit. In diesen drei Ländern ist auch neben Deutschland der Schwerpunkt dieser Sportart zu finden; dazu zählt ab 1989 Dänemark und ab 1992 die tschechische Republik. In diesen Ländern werden in organisierten Spielrunden die Landesmeister in zahlreichen Leistungs-, Alters- und Jugendklassen ermittelt. Hauptsächlich durch deutsche Auswanderer fand in den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhundert das Spiel Einzug in den südamerikanischen Ländern wie Argentinien. Brasilien, Chile, Paraguay und Uruguay sowie im südlichen Afrika im heutigen Namibia. Aus politischen Gründen war den Faustballern aus Namibia - dem damaligen Südwestafrika - wegen der Apartheitsbestimmungen die Teilnahme an den 2. World Games 1985 in London, an der 6. Faustball-Weltmeisterschaft 1986 in Buenos Aires und auch an den 3. World Garnes 1989 in Karlsruhe verwehrt. Die Vereinigten Staaten von Amerika und Japan haben 1998 die Aufnahme in den Internationalen Faustball-Verband beantragt und sind vorläufig aufgenommen worden.

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